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Lebensgeschichten als Wegweiser

Präventionsworkshops zur Resilienzstärkung bei Jugendlichen

Der Verein „Gefangene helfen Jugendlichen“ (Team NRW) zu Besuch in einer Berufsschule in Saarbrücken. Hier zu sehen vor der Bühne der Berufsschule.

Mitte September 2024 besuchte der Verein „Gefangene helfen Jugendlichen“ (Team NRW) auf Einladung von Mental Health Coach Felix Melchert-Metzger vom JMD Saarbrücken eine Berufsschule in Saarbrücken. An insgesamt drei Tagen führten die EX-IN-Genesungsbegleiter*innen Claudia Franck und Dirk Michgehl Workshops durch, um Jugendliche für die Gefahren von Sucht, Gewalt und kriminellem Verhalten zu sensibilisieren und ihnen alternative Bewältigungsstrategien aufzuzeigen.

Ein*e Genesungsbegleiter*in ist eine Person, die auf Basis ihrer eigenen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen oder Krisen anderen Menschen auf ihrem Weg der Genesung hilft. EX-IN stammt vom englischen Experienced Involvement und bedeutet sinngemäß den Einbezug von Erfahrungen. Die Referent*innen, deren Biografien demnach selbst von schweren persönlichen Krisen geprägt sind, schufen durch ihre authentischen und offenen Erzählungen eine einzigartige Atmosphäre. Sie berichteten von einer Jugend, die von falschen Entscheidungen und negativen Einflüssen geprägt war, sowie vom harten Weg der Aufarbeitung und des Neuanfangs. Diese Berichte, ergänzt durch einen Filmbeitrag über das Gefängnisleben und einen WDR-Beitrag über Dirk Michgehls Lebenswandel, boten einen eindrucksvollen Einblick in die Konsequenzen riskanten Verhaltens. 

Die Workshops des Vereins „Gefangene helfen Jugendlichen“ zeichneten sich durch eine hohe Interaktivität aus. Nach den biografischen Erzählungen der Referent*innen wurden die Jugendlichen eingeladen, ihre eigenen Erfahrungen zu teilen und Fragen zu stellen. Dies führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen und zu einer außergewöhnlichen Offenheit zwischen den Beteiligten. Ein zentrales Ziel der Workshops war es, die Resilienz der Jugendlichen zu stärken. Sie wurden nicht nur für die Gefahren von Sucht und Kriminalität sensibilisiert, sondern auch für die Bedeutung persönlicher Entscheidungen und deren langfristiger Konsequenzen. Besonderes Augenmerk galt dabei der Tatsache, dass Hilfe in Krisensituationen verfügbar ist und angenommen werden sollte. Die Veranstaltung förderte auch die Entwicklung von Problemlösungsstrategien und einer besseren Stressbewältigung. Den Jugendlichen wurden Alternativen zu negativen Coping-Strategien aufgezeigt, um die Attraktivität von Suchtmitteln oder Gewalt zu mindern. 

So leistete das Programm einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Lebenskompetenzen und zur Prävention von Risikoverhalten. Die positiven Rückmeldungen der Jugendlichen und ihre aktive Teilnahme belegen die Wirksamkeit und Relevanz solcher Maßnahmen, insbesondere in einem schulischen Kontext. 

Ein Beitrag von:
Felix Melchert-Metzger, Mental Health Coaches JMD Saarbrücken/Servicebüro Jugendmigrationsdienste; Foto: Felix Melchert-Metzger